Der Bezirk Mitte plant und realisiert im Sanierungsgebiet Mitte – Nördliche Luisenstadt einen öffentlichen Uferweg an der Spree von der Jannowitzbrücke bis zur Schillingbrücke. Die STATTBAU Berlin – Treuhänder des Landes Berlin – als Vorhabenträger im Auftrag des Bezirksamts Mitte, Sanierungsverwaltungsstelle hat nun gemeinsam mit dem Planungsbüro gruppe f Freiraum für alle und der Gebietssteuerung KoSP den ersten Bauabschnitt zwischen Wilhelmine-Gemberg-Weg und Schillingbrücke hergestellt. Die Bauausführung lag bei den Firmen Dalhoff GmbH (Garten- und Landschaftsbau) sowie EUROVIA (Ingenieurbauwerk), die Projektsteuerung beim Ingenieurbüro Döring. Entlang des Weges wurden vier „Geschichtsinseln“ von minigram entworfen und von Modellbau Stein realisiert.
Am 26. Juni 2026 wurde nach vierjähriger Bauzeit mit teils langwierigen Genehmigungsverfahren der erste zusammenhängende Abschnitt des Spreeuferwegs zwischen dem Wilhelmine-Gemberg-Weg und der Schillingbrücke in Berlin-Mitte offiziell eröffnet. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner, viele Projektbeteiligte und engagierte Menschen aus dem Kiez an die Spree, um die Übergabe des neuen Uferwegs an die Öffentlichkeit zu feiern.
Für alle Beteiligten war die Eröffnung ein großer Meilenstein, denn öffentlich zugängliche Ufer an Flüssen und Seen sind ein hohes Allgemeingut. Sie schaffen Raum für Erholung und Begegnung und steigern die Lebensqualität in dicht bebauten Städten. Die nördliche Luisenstadt präsentiert sich hier wieder neu als „Stadt am Wasser“.
Wie groß das Interesse am neuen Uferweg ist, zeigte sich gleich am Eröffnungstag: Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die neue Wegeverbindung, spazierten am Spreeufer entlang und genossen die angenehme Kühle am Fluss. Da das Baden in der innerstädtischen Spree nach wie vor verboten ist, sorgten kühle Getränke und ein Eisfahrrad für die nötige Abkühlung.
Neben Grußworten der Bezirksstadträte Ephraim Gothe und Christopher Schriner sowie Dr. Jochen Lang von der Abteilung Wohnen und Stadterneuerung der Senatsverwaltung sorgte ein künstlerisches Highlight für Begeisterung: Mehrere Tänzerinnen und Tänzer verwandelten den neuen Uferweg in eine Freiluftbühne und weihten ihn mit einer eindrucksvollen Performance auf ganz besondere Weise ein.
Der Geschäftsführer des Bauherrn STATTBAU, Uwe Preißler, berichtete in seiner Eröffnungsansprache mit einem Augenzwinkern von einigen Untiefen des Planungs- und Bauvorhabens, aber mit der Quintessenz: „Zusammenarbeit ist möglich, und dann erreicht man auch das Ziel.“ Andreas Bachmann von der Gebietsbeauftragten KoSP ordnete das Uferprojekt als wichtigstes Vorhaben im Sanierungsgebiet Nördliche Luisenstadt ein.
Mit thematischen Führungen über das Gelände, einer Mitmach-Malaktion und einem DJ-Set sorgten die Projektbeteiligten sowie benachbarte Akteure wie Spreeacker e.V., TeePeeLand e.V. und die Spreefeld WEG für ein abwechslungsreiches Programm und ein mehr als gelungenes Kiezfest.
Nicht offen bleibt, wie und wann es mit der Entwicklung des Spreeuferwegs weitergeht. Zunächst folgt noch in diesem Jahr die Sicherung der Uferwand im gesamten Holzuferblock durch eine vorgesetzte Stahlspundwand. Der zweite Bauabschnitt vom Wilhelmine-Gemberg-Weg bis zur Michaelbrücke wird im Jahr 2028 endgültig hergestellt, bis dahin wird eine provisorische Durchwegung geplant. Schließlich soll der Uferweg im Rungestraßenblock von der Michaelbrücke zur Jannowitzbrücke im Jahr 2029 hergestellt sein, sofern zuvor die Erneuerung der Uferwand gelingt.
Was gut werden soll, braucht manchmal Zeit – der Freude über den neu gewonnenen, öffentlichen Freiraum am Wasser und die kurze Verbindung vom Spreefeld zum Ostbahnhof tat dies allerdings keinen Abbruch.

